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Der in Trier geborene Künstler wanderte von Jugend an zwischen Frankreich und Deutschland hin und her, genau wie sein Großvater, der in ihm seine künstlerischen Grundlagen legte, beschäftigte er sich doch mit Innen- und Außenarchitektur und der mit wechselndem Geschick mal auf der deutschen wie französischen Seite seinen Geschäften nachging, wie seine Mutter, die nie eine deutsche Schule von innen sah und dem Sohne ein Gutteil der französischen Seele mitgab. Nach einem Studium der Germanistik und der Kunst begann der Künstler seine Lehrtätigkeit und war lange Zeit in der Lehrerausbildung tätig sowie Mitglied des Prüfungsamtes für I. Staatsprüfungen an der Universität Düsseldorf. Parallele Studien der historischen Techniken der Photographie führten den Künstler nach Frankreich, wo er die Grundlagen seines künstlerischen Schaffens in der Photographie erlernte. Er ist Mitglied der französischen Gesellschaft für alte Photographie (Association Française de Photographie Ancienne) mit Sitz in Pithiviers bei Paris ebenso wie Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Edeldruckverfahren. Weitere Studien führten ihn nach England, wo er die Technik der Calotypie umfassend erfahren konnte. Zahlreiche Symposien und Workshops mit den wenigen Menschen, die diese künstlerischen Techniken noch oder wieder beherrschen, ergänzten die immerwährenden Bemühungen um die Beherrschung der künstlerischen Techniken. Langwierige Recherchen in mehreren Universitätsbibliotheken Deutschlands, die sich über 5 Jahre hinzogen, ergänzten das persönliche Erleben mit anderen Künstlern, die diese Techniken beherrschen, viele sind es nicht. Die Techniken in den alten Originalbüchern mussten erst einmal "übersetzt" werden, waren doch Maße und Angaben in den damals geläufigen Größen angegeben, Materialien und Chemikalien in heute zum Teil gar nicht mehr bekannten Bezeichnungen vermerkt. Die Suche nach geeigneten Papieren dauerte mehrere Jahre, da die heutigen Papiere oft nicht den hohen Qualitätsstandards entsprechen.

Heute gibt der Künstler selbst Workshops zum Thema der alten photographischen Techniken, die ihre Renaissance in den USA, England und Frankreich schon erlebt haben. Rennommierte Photographen wie Irving Penn lassen es nicht aus, einen Teil ihrer Werke in der Technik der Platinotypie auszuarbeiten. Die Teilnehmer an den Workshops des Künstlers kommen aus ganz Deutschland, aus Österreich, der Schweiz und aus Italien.

20 Jahre beschäftigt sich der Künstler bereits mit der Ausübung der künstlerischen Techniken der Daguerreotypie, der Calotypie, der Cyanotypie, der Platinotypie und den künstlerischen Edeldruckverfahren. Allesamt Verfahren, die in Deutschland relativ unbekannt sind, nicht so jedoch in England, Frankreich und den USA. So ist verständlich, dass häufiger Ausstellungen dieser Art sich im Ausland wiederfinden als in Deutschland. In den USA ist es keine Frage, dass die erwähnten künstlerischen Verfahren neben Malereien hängen, in England ist es selbstverständlich, dass diese künstlerischen Bildverfahren in den Museen zu finden sind.

So sieht der Künstler seine Aufgabe auch darin, die alten bildnerischen Verfahren nicht nur der Vergessenheit zu entreißen, sondern auch in Deutschland ein breiteres Publikum mit Unbekanntem bekannt zu machen und die Schönheit der bildnerischen Verfahren zu vermitteln. Dabei muss darauf verwiesen werden, dass es nicht seine Auffassung ist, nur alte Techniken in der Art unserer Vorväter nachzumachen und "ähnliche Bilder" zu erzeugen wie unsere Vorväter, sondern vielmehr moderne Aussagen mit den Mitteln der künstlerischen Techniken zu verfremden, oder gerade dadurch zum genaueren Sehen zu vermitteln. So "schreckt" er nicht davor zurück, nicht nur – aber auch - seine Bildideen mit allen Mitteln der Computerbearbeitung zu gestalten, ein digitales Negativ zu entwickeln und dann die alten künstlerischen Verfahren einzusetzen. Grundlage ist aber immer ein Großformatnegativ oder je nach Verfahren ein Papiernegativ, welches gescannt wird. Die Verbindung von alt und neu macht geradezu den künstlerischen Reiz aus.

Neben Ausstellungen in England (York), Frankreich (Orleans) und den USA (Wichita Falls und Dallas) fanden und finden regelmäßige Ausstellungen mit wechselnden Themen in Deutschland statt (Köln, Aachen, Düsseldorf, Halle, Berlin u.a., wobei der Künstler es lächerlich findet, eine Chronologie auch der kleinsten Passagenausstellung aufzuzählen).

Mit der personalen Ausstattung des Künstlers als Wanderer zwischen zwei Nationen wundert es nicht, dass 2 Bereiche die Bildgestaltung des Künstlers wesentlich beeinflussten: die Schönheit der französischen Landschaft und die (nicht nur) der französischen Frauen. Das nächste landschaftliche Thema des Künstlers ist "Die Seine" - das nächste "frauliche" Thema wird sein: "La Trinité des Femmes" - die Frau als Mädchen/Frau , Mutter und weise Frau. Dies wird in der Technik des künstlerischen Edeldruckverfahrens des Öldruckes verwirklicht, ein Verfahren um 1860 auf Kupferdruckkarton bzw. Aquarell-Bütten.

Arnaud Boulanguez