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Calotypie

Cyanotypie

Platinotypie

Inkjet / Pigment

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Calotypie ist das allererste photographische Verfahren auf hochwertigem Aquarell-Bütten-Papier des weltberühmten französischen Herstellers "Moulin d' Arches" (Departement Ardèche). Auf diesem Papier werden heute noch Nachdrucke von Salvador Dali, Marc Chagall, Miró und vielen anderen namhaften Künstlern hergestellt; meist jedoch in der schon schweren 300g /qm Qualität. Die hier gezeigten Bilder sind zum Teil auf dieser Qualität, zum Teil aber auf der absoluten Hochqualität "Moulin d' Arches 600 g/qm Torchon" aufgetragen mit Pinsel von Hand nach den Originalrezepten von 1840.

Calotypie (griech. : " Schöndruck " ), so nannte William Henry Fox Talbot selbst das vom ihm im vergangenen Jahrhundert um 1840 entwickelte Negativ- Positiv-Verfahren. Ein Salzprint, also ein Abzug nach dem Verfahren der Calotypie, unterscheidet sich grundsätzlich von einem modernen Foto und ist mit keinem Reproduktionsverfahren in originalgetreuer Qualität zu kopieren, da das Bild etwas versunken in den Papierfasern liegt. Vom Aussehen erinnert eine Calotypie an den Abzug einer Radierung oder einer Lithographie und weist verschieden abgestufte Brauntöne auf. Schwarzweiß-Abzüge wurden erst um die Jahrhundertwende bekannt, vorher verwendete man den von Talbot erfundenen "braunen Abzug".

Die Calotypie, so in Frankreich genannt, später Talbot, dem englischen Erfinder zu Ehren in Talbottypie umbenannt, ist ein sehr kompliziertes fotografisches Verfahren: Ein hochwertiges Papier wird mit Silbernitrat beschichtet, getrocknet und dann in ein Kaliumjodidbad getaucht. Dadurch bildet sich das wenig empfindliche Silberjodid. Die Papierblätter werden gewaschen und getrocknet und könnten bis zur Verwendung in einer Mappe aufbewahrt werden.

Um das Papier lichtempfindlicher zu machen, mischte seinerzeit Talbot zu gleichen Teilen eine Flüssigkeit aus Silbernitrat, konzentrierter Essigsäure und Gallussäure, die er kurz vor der Belichtung mit einem Pinsel auftrug. Getrocknet - oder noch halbfeucht - wurde das Blatt in der Kamera belichtet. Das nicht sichtbare latente Bild wurde, anschließend an die Belichtung, in der Dunkelkammer sichtbar gemacht. Talbot bestrich das belichtete Papier dazu wiederum mehrfach mit einer Flüssigkeit aus Silbernitrat, konzentrierter Essigsäure und Gallussäure, die er zu gleichen Teilen gemischt hatte.

Sir John Herschel, ein bedeutender Astronom und Freund Talbots, riet ihm, Fixiersalz zum Stabilisieren der Bilder zu benutzen. Dieserart fixiert wurde das Papiernegativ gewaschen, getrocknet und gewachst und konnte anschließend - im Gegensatz zu Daguerres Verfahren kopiert werden.

Lange konnte das Verfahren nur sehr schwer benutzt werden, da die Papiere nicht mehr die Qualität und die chemische Sauberkeit vorweisen konnten als früher. Besonders chlorgebleichte Papiere sind für die empfindlichen chemischen Prozesse nicht geeignet. Ebenso können Papiere aus Holz nicht benutzt werden. Heute gibt es gottseidank wieder hervorragende Büttenpapiere.

So war es lange Zeit ein außerordentlich großes Problem, ein geeignetes Papier zu finden, das den Erfordernissen der Calotypieherstellung entsprach, musste es doch 100 % hadernhaltig, also aus Textilfaser hergestellt sein. Die Reinheit der chemischen Stoffe und die peinliche Einhaltung komplizierter Arbeitsprozesse brachten weitere Schwierigkeiten. Natürlich mussten die großen Papiernegative in einer Großformatkamera belichtet werden. Da es solch große Formate (ca. 30 x 40 cm; zum Teil noch größer) heute nicht mehr gibt, musste ein Teil der Aufnahmen mit einer alten, schweren Holzkamera hergestellt werden.

So dauerte es insgesamt 3 Jahre, bis eine Serie von Bildern der Loire hergestellt werden konnte und weitere 2 Jahre, bis nach endlosen Versuchen ein ausgezeichnetes Papier eines französischen Herstellers, der zum 500 jährigen Jubiläum ein wirklich erstklassiges Papier nach alter Tradition herausbrachte, das dem edlen Verfahren der Calotypie gerecht werden konnte. Dieses edle Papier bringt die Ergebnisse, die einer so mühevollen Arbeit den Lohn bescheren, da nur diese Papiere die alte Originaltechnik erlauben. Weniger wertvolle Papiere ermöglichen zwar einen Salzprint, die originale Herstellungsmethode über ein Papiernegativ ist aber kaum möglich oder mit nicht zufriedenstellenden Ergebnissen. Die innige Verbindung mit der obersten Papierstruktur ergibt aber erst den unverkennbaren Reiz. Außerdem gibt die nie homogene Struktur, die aus der Handarbeit herrührt, den Hinweis auf das ursprüngliche Verfahren. Glatte, homogene und modernen Photographien angenäherte Prints geben den Hinweis, dass auch neuzeitliche, moderne Verfahren im Spiel sind, die auch reproduzierbar sind. Das ursprüngliche Verfahren mit seinen vielfältigen Imponderabilien erlaubt kaum Reproduzierbarkeit, so dass jedes Bild originär ist.

Mit der Weiterentwicklung digitaler Verfahren zur Herstellung von Großnegativen gibt es heute wieder eine gute Möglichkeit, alle modernen Hilfsmittel der Photographie auszunutzen, um mit neuester Technik die alten Verfahren zum Leben zu erwecken. Puristen mögen Einwände haben. Aber die neue Entwicklung der Technik nicht einzusetzen, hieße neue Erkenntnisse zu negieren. Ein digitales Großnegativ zu verwenden als Basis für alte Techniken ist meines Erachtens aber das Gebot der Stunde und es ermöglicht dem Künstler ganz neue Räume der Gestaltung moderner Inhalte mittels alter Verfahren.

Dass ein solches Bild, welches in der beschriebenen Mühe hergestellt wird, nicht billig sein kann, versteht sich von selbst. Dass eine solche Calotypie in einen edlen Rahmen gehört und nicht in die pralle Sonne oder in feuchte Räume ebenfalls. Behandelt man es gut, das heißt: hängt es im Trockenen und strahlt man es mit normalem Licht nicht mit UV-Licht an, weil die Silbernitratschicht ja auf Ultraviolett reagiert, so lebt das Bild und wird im Laufe des Alterns immer origineller und besser wie alter Wein.

Es ist wertvoll und selten; denn heutzutage gibt es schon mehr Menschen, die den Platindruck der Jahrhundertwende wieder herstellen, aber kaum jemand, der überhaupt die Geduld hat Calotypie/Salzprints herzustellen - ein empfindlicher, schwierig zu gestaltender Prozess. Doch gibt es für den Anfänger auch hier Abhilfe: Der englische Professor Dr. Ward entwickelte eine lichtempfindliche Emulsion mit moderner Chemie, die recht gut ist und unter dem Namen Argyrotypie bei Fotospeed (England) oder Monochrom (Kassel) in Deutschland zu erhalten ist. Puristen setzen aber die Emulsion weiterhin selbst an.

Nur Menschen, die Kunst mögen, können die feinen Braunabstufungen wahrnehmen und genießen, dem flüchtigen Betrachter erschließt sich die Fülle der Feinheiten nicht. Aber für den wurden die mühevollen Bilder auch nicht gemacht, und der wird auch sicher keines besitzen wollen. Die Handarbeit wird an den teils nicht exakt bestimmbaren Maskenrahmen sichtbar und an den teils sichtbaren Pinselstrichen. Das ist verfahrensbedingt und auch so gewollt. Es ist halt reine Natur. Dafür ist es auch kaum möglich, das gleiche Bild genau so noch einmal herzustellen. Die Bilder stellen also echte Unikate dar.

Alle Bilder sind sofort nach Herstellung hinter Glas geschützt in einem neutralen Rahmen, der das Bild und nicht den Rahmen selbst in den Vordergrund stellt. Es ist jedoch selbstverständlich möglich, jeden gewünschten Rahmen zu liefern.

In Deutschland gibt es nur einige wenige, die dieses Verfahren beherrschen. So ist die Einzigartigkeit ganz bestimmt gegeben.

Vielleicht ist dies eine Gegenbewegung zum beliebig herstellbaren Bild in Massen über Computer.

In der Zukunft werden Calotypien nicht wertlos sein. Sie sind Unikate und "Vintage-Abzüge", d. h. von Anfang bis Ende wurde das Bild vom Künstler selbst hergestellt, keine fremde Hand hat es je berührt. Zum Schutz gegen unsere verschmutzte Luft ist es hinter Glas luftdicht abgeschlossen, ruht in säurefreiem Museums-Passepartout-Karton (Ingres-Vidalon-Passetoutgrain), oder hochwertigem ph-neutralen Leinen, ist abgeklebt mit Leimband, nicht mit Chemiekleber, und zwar doppelt nach englischer Handwerkskunst der Bilderrahmer, indem die Glasscheibe mit dem Passepartout (vornehmlich aus Leinen) und der Rückwand aus Museumskarton im Pack mittels Leinenband mit extrafeinem Knochenleim nass abgeklebt wurde und dieser Pack wiederum mit Leinenpapierband und Rückwand mit dem Rahmen dicht abgeklebt wurde. Dieser einmalige Aufwand, den man selten finden dürfte, ist alte englische Tradition. Er hilft sicher, die Bilder über die Zeit zu retten. Sollte einmal ein Malheur passieren und die Scheibe zerbrechen, wird der Künstler gegen Materialkostenerstattung und Versandkosten den Schaden restaurieren, denn er selbst ist sicher am Erhalt seiner Bilder interessiert.

Heutzutage ein Bild der aggressiven Luft auszusetzen, heißt sicher, es dem Verfall auszusetzen. In gutem Museen der Welt werden Bilder heute ebenfalls geschützt, entweder durch Luftfilter oder hinter Glas. Mehr Aufwand als in diesen Bildern repräsentiert ist kaum möglich, außer man legt sie verpackt in einen Tresor, aber dann sieht sie ja keiner.

Beispielbilder zur Calotypie